hoffentlich nie die Wirklichkeit

Sie kommen vom Einkauf nach Hause. Ihr Nachbar parkt seinen PKW ein und sie ihren dahinter. Er ragte dabei fast in die Kreuzung bei der Zufahrt zum Wohnblock. Der Nachbar macht sie freundlich darauf aufmerksam, dass dies verboten sei. Sie erwidern etwas erbost, dass sie ohnedies nur kurz stehenbleiben und nach dem Essen wegfahren werden.

Sie gehen in die Wohnung im 3. Stock, stellen in der Küche den Einkauf ab und eine Pfanne mit Fett für das mitgebrachte Fleisch auf den Ofen. Dann bringen sie das Kind in das Kinderzimmer und werden dabei durch einen Anruf abgelenkt.

Als der Anruf erledigt und das Kind versorgt war, öffnen sie die Tür zum Vorraum und dichter Qualm schlägt Ihnen entgegen. Sie schließen schnell die Tür wieder, weil ein Verlassen des Zimmers und eine Flucht nicht mehr möglich sind. Mit dem Handy rufen sie den Notruf der Feuerwehr und teilen ihre Lage mit.

Sie öffnen das Fenster, stellen sich mit ihrem Kind zum Fenster und warten auf das Eintreffen der Feuerwehr. Sie können die Zufahrtsstraße zum Haus vom Fenster genau sehen. Das Fahrzeug des Einsatzleiters trifft ein und dieser beruhigt sie, dass die erhoffte Rettung aus der Notlage bald möglich sein wird.

Das Tanklöschfahrzeug hat bereits Mühe zum Haus zuzufahren, da die Kreuzung durch dort parkende Autos verstellt ist. Feuerwehrleute springen aus dem Fahrzeug und versuchen durch das Stiegenhaus zu ihnen vorzudringen, was jedoch nicht gelingt.

Durch die Hitze des Brandes in ihrer Wohnung zerspringt das Glas der Kinderzimmertür und die Hitze breitet sich schlagartig im ganzen Raum aus. Sie stellen sich schützend vor ihr Kind. Sie sehen die Drehleiter und die dadurch kurz bevorstehende Rettung in die Straße zum Wohnblock einbiegen. Jedoch ist die Fahrt der Drehleiter bei der Hauszufahrt zu Ende. Die in der Kreuzung stehenden Autos verhindern ein rasches Einbiegen der Drehleiter zum Aufstellplatz vor dem Wohnblock.

Die Hitze im Zimmer wird für sie immer unerträglicher und eine Rettung über tragbare Leitern ist auch nicht möglich, da diese lediglich bis in den 2. Stock reichen.

Der Lenker der Drehleiter versucht noch verzweifelt, ohne Rücksicht auf die parkenden und sein eigenes Fahrzeug zu nehmen, vor das Haus zu gelangen.

Die Temperatur im Zimmer wird für sie unerträglich und sie springen mit ihrem Kind in den Armen in die Tiefe, als es der Lenker der Drehleiter endlich geschafft hat zum Haus zuzufahren.

Schlagzeile in der Zeitung des nächsten Tages: Feuerwehr machtlos! Mutter und Tochter springen in den Tot!

Wie lange hätte die Feuerwehr ohne die Behinderungen gebraucht die Mutter und Tochter aus dem dritten Stock zu retten? Die Rettung von Mutter und Tochter wäre 2 - 3 Minuten nach dem Eintreffen der Drehleiter abgeschlossen und lediglich der materielle Schaden an der Wohnung zu beklagen gewesen.

Also sollten alle Fahrzeuglenker darüber nachdenken wie sie ihren PKW unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ohne Behinderung von Einsatzfahrzeugen abstellen oder parken.

In letzter Zeit häufen sich die Einsätze, bei denen wir durch vorschriftswidrig abgestellte Fahrzeuge, insbesonders im innerstädtischen Bereich und den Siedlungsgebieten, an einer raschen Hilfeleistung gehindert werden bzw. ein Zufahren mit unseren Einsatzfahrzeugen überhaupt verhindert wird.

Da unsere Feuerwehrfahrzeuge eine Breite von 2,5 m und eine länge bis zu 12 m aufweisen, ist es unbedingt erforderlich, dass eine ausreichende Restfahrbahnbreite, also mindestens 3 m, vorhanden ist um durchfahren und auch aussteigen zu können.

Weiters ist es unbedingt erforderlich die Kreuzungsbereiche (5 m vor und nach der Kreuzung), sowie die Fahrbahnen im Bereich der Feuerwehrzufahrten freizuhalten, da sonst ein Einbiegen durch die Fahrzeuglänge erschwert oder gänzlich unmöglich gemacht wird.