Geschichte der FF Enns

Anlässlich eines Brandes im Angerl beim Schloss Ennsegg wurde in der Bevölkerung der Stadt Enns der Wunsch geäußert, eine Feuerwehr zu gründen. Dem damaligen Gemeindebeamten Franz KRETZ gelang es, die notwendige Anzahl von Mitgliedern zu werben. Am 7. August 1865 wurde die Gründungsversammlung abgehalten, in der ein Komitee gewählt und beauftragt wurde, alle notwendigen Schritte für die Gründung einer Feuerwehr einzuleiten.

Mit 1. September 1865 konnte die neugegründete Feuerwehr als lebensfähig bezeichnet werden. Der Vorstand des Bahnhofes Enns, Ing. Josef MELTZER, wurde zum ersten Kommandanten der FF Enns gewählt.

Im April 1869 wurde von der FF Enns eine Laienspielgruppe gegründet, das sog. „Dilettanten-Theater“. Diese Gruppe bestand bis 1928.

Am 11. September 1875 feierte die FF Enns das 10-jährige Bestandsjubiläum, an dem bereits viele umliegende Feuerwehren teilnahmen. Der Mitgliederstand betrug damals 101.

Am 26. August 1877 fand in Enns der 3. Oberösterreichische Feuerwehrtag statt.

Ein ganz wichtiges Datum war der 31.01.1898. An diesem Tag wurde eine Sanitätsabteilung gegründet. Die Rettungsabteilung wurde mit Erlass vom 14.10.1939 dem Deutschen Roten Kreuz einverleibt und alle Rettungsgeräte dieser Organisation übergeben.

Die FF Enns verfügte auch über eine eigene Feuerwehrmusikkapelle. Der erste Auftritt erfolgte am 31. Dezember 1871. In all den folgenden Jahren spielte die Kapelle bei Festlichkeiten auf. Am 12. Dezember 1927 wurde der Musikverein Enns und damit ein eigener Verein gegründet.

Da Enns immer wieder von Hochwassern heimgesucht wurde, wurde im Jahr 1900 eine eigene Wasserwehr gegründet. Sie zählte 20 Mann und verfügte über 2 Zillen.

Am 31.12.1913 wurde die Gründung eines Benzinmotorspritzenfonds ins Leben gerufen, damit die Wehr den großen Fortschritten auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens folgen kann.

Der Mitgliederstand betrug 109 ausübende und 126 unterstützende Mitglieder.

Im 1. Weltkrieg verlor die FF Enns 11 Mitglieder, welche vom Fronteinsatz nicht mehr heimkamen. Alle anderen, welche eingerückt waren, meldeten sich nach Kriegsende wieder bei der Wehr zurück.

Am 17. Juni 1934 fand die Motorspritzen-, Auto- und Zeughausweihe in der Zuckerfabrik Enns statt. Damit war eine eigene Betriebsfeuerwehr der Zuckerfabrik Enns gegründet worden, die bis zur Schließung des Betriebes 1988 bestand.

Am 23. April 1938 wurde bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung beschlossen, die FF Enns als Verein aufzulösen und sich als „Körperschaft öffentlichen Rechtes“ zu erklären. Im Jahr 1940 waren 29 Mann bei der deutschen Wehrmacht eingerückt. Der Einsatz während der Kriegsjahre konnte nur durch 18 Feuerwehrhelferinnen durchgeführt werden.

Der 2. Weltkrieg hat auch für die FF Enns schmerzliche Verluste gebracht. So sind 6 Kameraden gefallen und 3 Kameraden als vermisst gemeldet.

Der Mitgliedsstand betrug Enns 1947 67 aktive Mitglieder.

Vom 8. Bis 12. Juli 1954 war die FF Enns bei Jahrhunderthochwasser im Einsatz. Im Gemeindegebiet standen 66 Häuser unter Wasser. Es mussten viele Menschen und Tiere geborgen, sowie die Versorgung mit dem Allernötigsten durchgeführt werden. Insgesamt standen 121 Mann 1064 Stunden im Einsatz. In den Jahren 1956 – 1959 musste die Feuerwehr ebenfalls zu Hochwassereinsätzen ausrücken.

Am 24.06.1962 fand die Enthüllung und Weihe der Gedenktafel für die gefallenen Kameraden des 2. Weltkrieges statt. Diese Tafel wurde vom Mitglied der FF Enns, dem Bildschnitzer Michael PLAKOLM, angefertigt. Am 3. Mai 1964 fand die Weihe des Floriani-Denkmales, geschaffen vom Bildhauer Hans SCHMIDINGER, in der Nähe der Bundesstraßenbrücke über die Enns, statt.

Vom 9. Bis 11. Juli 1965 fand der 3. OÖ. Landes-Feuerwehrwettbewerb in Enns statt. Es nahmen daran insgesamt 412 Gruppen und 20 Jugendgruppen teil.

Der Gemeinderat der Stadt Enns fasste am 09.09.1976 den Beschluss zur Errichtung einer neuen Feuerwehrzeugstätte in der Lorcher Straße. Das alte Depot am Hauptplatz war zu klein und konnte die Fahrzeuge nicht mehr aufnehmen. Der Bau des neuen Depots begann am 07.07.1977. Die Übersiedlung erfolgte am 1. September 1978 und die offizielle Eröffnung und Weihe fand am 28.04.1979 statt. Die Gesamtkosten betrugen 11.644.557,92,--ATS.

Im Jahre 1980 erfolgte die Übergabe eines Bergekranfahrzeuges durch das Landes-Feuerwehrkommando. Damit wurde die FF Enns zur Stützpunktfeuerwehr für die Bezirke Linz-Land, Perg und Freistadt.

Der 15. Juni 1988 stand ganz im Zeichen des Besuches von Papst Johannes Paul II. 525 Mann der Feuerwehren des Bezirkes Linz-Land unterstützten die Gendarmerie bei der Regelung des Verkehrs. Die FF Enns war mit 54 Mann für den örtlichen Brandschutz in Bereitschaft. Im Feuerwehrhaus war die Einsatzleitstelle aller Kräfte (Staatspolizei, Gendarmerie, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Stadtgemeinde Enns, etc.) untergebracht.

In der Nacht vom 26. Auf den 27. Februar 1990 und am 1. März 1990 brauste ein Orkan über das Gemeindegebiet hinweg. Er verwüstete insgesamt 70 ha Wald (davon rund 25 ha zur Gänze). Die Feuerwehr Enns leistete an diesen Tagen und Nächten in 51 Fällen Hilfe. Es wurden Dächer gesichert, Straßen von umgestürzten Bäumen geräumt und viele andere Sicherungsarbeiten durchgeführt.

In den Jahren 1990 – 2000 wurde der Fuhrpark der FF Enns erneuert. Es wurden ein RLF, ÖL, KDO, TLF, MTF und ein LAST angeschafft bzw. erneuert. Vom LFK wurde wiederum ein Kranfahrzeug zur Verfügung gestellt. Ebenso wurden im Zeughaus größere Umbauarbeiten im Sanitärbereich, sowie im Keller und in der Küche in Eigenregie durchgeführt.

Bei dieser kleinen Chronik wurde bewusst auf die Aufzählung der verschiedensten Einsätze verzichtet. Diese Einsätze, in den ersten Jahren vor allem Brand-, in den letzten Jahren sehr viele technische Einsätze, im Gemeindegebiet von Enns sowie auch in den Nachbargemeinden, haben der FF Enns für ihre uneigennützige Hilfeleistung viel Lob und Dank gebracht. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 1866 kein einziger Einsatz war, im Jahr 1999 aber 223 Ausrückungen in der Chronik vermerkt waren, so kann ersehen werden, welchen „Aufschwung“ die FF Enns genommen hat und welche Anforderungen an die heutige Feuerwehr gestellt werden.

Bei diesen vielen Einsätzen darf aber auch das gesellschaftliche Leben nicht vergessen werden. Wie bereits erwähnt, hatte die Feuerwehr eine eigene Musikkapelle, es wurde Theater gespielt, Waldfeste, Besteisschießen, Kegelscheiben, das Ennser Volksfest, Dirndlbälle, Vereinsausflüge, etc. veranstaltet, um die Geselligkeit und die Zusammengehörigkeit zu vertiefen und auch die Kameradschaftskassa aufzubessern.

Festschrift

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Enns gibt es auch in Buchform.

nähere Informationen zur Festschrift

 

Historische Fahrzeuge der FF Enns

Anhand der Fahrzeuge, die die Freiwillige Feuerwehr Enns in den 150 Jahren ihres Bestehens in Verwendung hatte, spiegelt sich der technische Fortschritt wider.

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